Ima ruin you cunt. Oder: Zähne im Pop

    Zähne symbolisieren Sex und Geld. Kein Wunder, dass sie uns im Pop überall begegnen. Eine Spurensuche in fünf Schritten.

    Dentata

     

    Es ist Freitagabend, kurz nach Mitternacht – die beste Zeit in Berlin. Auf das Vorglühen folgt jetzt das Ausgehen, in den Waggons der U-Bahn-Linie 1 dürften inzwischen besoffene Spanier gruppenweise auf- und abhüpfen, kaum mehr als tausend Meter von hier auf der anderen Spreeseite klingt der anfängerfreundliche Friday Fuck im Lab.Oratory aus und die Besucher wechseln langsam ins Berghain über. Aber egal. Mir zumindest, heute zumindest. Ich rücke die Kopfhörer gerade und drücke noch einmal auf Play. In den letzten zwei oder drei Stunden ist der Zähler des Musikvideos von Azealia Banks’ 212 bei YouTube von 1.690.684 auf 1.727.270 Abrufe gestiegen. Ich habe einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu geleistet. Seit Stunden tue ich nichts anderes mehr, als immer wieder dieses eine Video anzuschauen. „Ima ruin you cunt“ brüllt mir die Rapperin durch die Kopfhörer entgegen, wirbelt ihre Lolita-Zöpfe und grinst aus ihrem Mickey Mouse-Pullover in die Kamera: „Ima ruin you cunt!“ Sie hat womöglich recht damit.

    I. Der beste Song des Jahres

    Es mangelte in den vergangenen Jahren nicht an jungen, obszönen und talentierten MCs (alles Frauen: Amanda Blank, Lady Bitch Ray, Scream Club, Sookee, Uffie, ganz zu schweigen von Peaches) und auch nicht an von der Fachpresse ausgerufenen epochalen Rap-Erneuerern (ausschließlich Männer: Casper und Tyler, The Creator beziehungsweise dessen Gruppe Odd Future Wolf Gang Kill Them All alias OFWGKTA). Die Großartigkeit des Debütsongs von Azealia Banks kann man also nicht allein damit erklären, dass sie als 20-jährige mit atemberaubendem Flow über Zungenschläge in ihrem Unterkörper rappt und mit dem moralischen und/oder anatomischen Ruinieren von Fotzen im übertragenen und/oder wörtlichen Sinn droht. Auch die Musik reicht als Erklärung nicht aus. Azealia Banks rappt nicht über HipHop-Beats, die per Samplingverfahren aus alten Soul- und Funkplatten zusammengeklaubt worden sind, sondern über den elektronisch produzierten House-Track Float My Boat des DJs Lazy Jay. Der folgt dem konventionellen Aufbau mit allen genretypischen Elementen: Auf Eskalation folgt Entspannung, auf die Kreissägen-Sounds der Unterwassereffekt, dann wieder die Kreissäge. Bestenfalls kann man Banks vorwerfen, mit fünf Jahren Verspätung den New Rave (Justice, Klaxons, Steve Aoki) entdeckt zu haben, schlimmstenfalls, in den Gefilden jener Mainstream-Rapper zu wildern, die zuletzt den Eurotrash exhumierten (Black Eyed Peas). Warum also ist 212 von Azealia Banks der beste Song des Jahres 2012 und womöglich noch der nächsten zehn? Ich glaube, es hat mit ihren Zähnen zu tun.

    II. Die meistunterschätzten Körperteile im Pop

    Zähne sind die wohl meistunterschätzten Körperteile im Pop. Knochen und Schädel erfreuen sich einer die Genres und Generationen übergreifenden Beliebtheit bei Gestaltern von Plattencovern, Postern, Tattoos und Band-T-Shirts. Haut und Haare haben mit der Black Music und dem Hair Metal ganzen Gattungen zu Namen verholfen. Und innere und äußere Organe sind in Songtexten allgegenwärtig: Augen, Herzen und Lippen zum Beispiel. Oder primäre und sekundäre Geschlechtsorgane: „Shake Your Hips“, heißt es bei den Rolling Stones, „Shake Ya Ass“ bei Mystikal, „Shake Yer Dix“ bei Peaches und bei Gravy Train!!!!: „Let me see those titties bounce, bounce, bounce, bounce“. Alles was wackelt signalisiert Zustimmung im Pop. Alles – nur Zähne nicht. Für ihre Designstudie Fleshmap visualisierten Fernanda Viégas und Martin Wattenberg exemplarisch die Häufigkeit einzelner Körperteile in Songtexten verschiedener Genres. Das Ergebnis: Weder in Blues noch Electronica, Folk, Gospel oder HipHop schafften es Zähne unter die Top Ten der besungenen Körperteile, oft liegt ihre Erwähnung im Promillebereich.

    Wenn man aber darauf achtet, sieht man in der Popkulturproduktion des, sagen wir, 21. Jahrhunderts überall bedeutungsschwangere Zähne  – nicht zuletzt in jenem ästhetischen Spannungsfeld aus Rap und New Rave, in dem Azealia Banks sich bewegt. Es beginnt damit, dass sich einige der erfolgreichsten Rapper des vergangenen Jahrzehnts, etwa Ludacris, Lil Jon und Kanye West, ihre Schneidezähne vergolden ließen. Grills, so der Name des individuell angepassten, herausnehmbaren Zahnschmucks, symbolisieren die endgültige Ankunft des HipHop im Mainstream, die abschließende Entwicklung von der Subkultur zum Millionengeschäft. Wie eine moderne Adaption der Erzählung vom mittelalterlichen Dukatenscheißer stehen Grills für die Fähigkeit, scheinbar mühelos Geld zu erzeugen, auch wenn die produktive Körperöffnung heute eine andere ist. Als Nelly mit seinem Song Grillz mal wieder auf Platz Eins der amerikanischen Billboard-Charts landet – wir schreiben das Jahr 2005 – formiert sich aber bereits der Gegentrend. Das französische DJ-Duo Justice bringt im selben Jahr seinen Debüttrack Waters of Nazareth auf den Markt. Statt ‚cleanem’ High-Tech-Sound und ‚dirty’ Texten machen die beiden Tanzmusik mit Punk-Attitüde: laut, billig, offensiv. Die Veröffentlichung ihres rabiat rumpelnden und knarzenden Housetracks ist ein Schlüsselmoment des aufkeimenden New Rave – eines Genres, das zwar nie die finanzielle Größenordnung des HipHop-Business erreicht, aber die Erneuerung der bisher vom Rap dominierten amerikanischen Clubmusik vorantreibt und mit seiner viralen Ausbreitung von einem Paradigmenwechsel der Musikverbreitung zeugt. Während Nelly seine Grills noch auf MTV fletscht, werden Justice vom neuen Meinungsmacher Pitchfork.com gefeiert, vom Social Network Myspace gesponsert und von Kritikern als ‚Blog House’ veralbert.

    Einer der Musikblogs, der MP3-Dateien von New-Rave-Acts verbreitet, wird in Los Angeles von einem DJ-Team mit dem programmatischen Namen Missingtoof betrieben (also ‚Missing Tooth’, bloß mit fehlenden Schneidezähnen ausgesprochen). Noch enger mit dem Hype um das Genre verknüpft ist aber die Website von Mark Hunter, der als Assistent des Street-Art-Künstlers und Obama-Propagandisten Shepard Fairey auf Hipster-Partys und in seinem Alltag in Los Angeles zu fotografieren beginnt, die Bilder im Netz veröffentlicht, zur Inspirationsquelle internationaler Moderedakteure wird – und sich als bald hauptberuflicher Szene-Fotograf „The Cobra Snake“ nennt, nach einem Tier, das bekannt ist fürs Posen und Zähnezeigen. Hunter ‚entdeckt’ das Model und It-Girl Cory Kennedy, vertritt eine neongrelle New-Rave-Ästhetik und begleitet Musiker wie Justice, Uffie oder Steve Aoki bei der Arbeit. Seine Postings überschreibt er in dieser Zeit gerne mit „Teeth“: „Shark Teeth“, „Famous Teeth“, und seine Bilder zeigen neben feiernden Hipstern auch schon mal zahnlos grinsende Kinder und Obdachlose, einen Mann mit Plastik-Vampirzähnen und eine Frau, die vorn übergebeugt am Ausschnitt ihres Tops zerrt, um die Worte zu entlarven, die über ihr Dekolleté geschrieben stehen: „Break Teeth“. Gutes Detail: Die Mutter von Mark Hunter ist als Mitarbeiterin einer Praxis für „Cosmetic und Restorative Dentistry“ in Beverly Hills den ganzen Tag damit beschäftigt, das Grinsen reicher Hipster und kommender It-Girls aufzuputzen – auf dass sie sich ihre gebleachten Zähne abends vor dem Objektiv ihres Sohnes und zur Musik von Missingtoof beim Disco Pogo wieder ausschlagen.

    III. Die Zähne der Bohème

    „Ich habe keinen Hass auf die Reichen, ich möchte ihnen nur ein bisschen gleichen“, singt diesseits des Atlantiks die Band Superpunk. Der Text ihres bekanntesten Songs ist aus Sicht eines Erpressers geschrieben, der sich für seine Taten rechtfertigt und erklärt: „Ich bin nicht böse geboren, ich wollt’ nur neue Zähne für meinen Bruder und mich.“ Ob gebleicht, vergoldet oder verfault: Ästhetisch manifestiert sich der Klassenunterschied am Gebiss. Während im Rap die Goldzähne für den gelungenen sozialen Aufstieg stehen und der ausgeschlagene Zahn unter reichen Hipstern für die perfekte, dekadente Party, scheinen schlechte Zähne im Armutskult des Punk und Independent Rock als ein Ausweis von Glaubwürdigkeit zu gelten. Als Die Sterne, die zuerst genau wie Superpunk beim stilprägenden aber finanzschwachen (und heute bankrotten) Indielabel L’age d’Or unter Vertrag waren, zum Majorlabel Virgin wechseln, lässt sich Sänger Frank Spilker die Lücke schließen, die ein abgebrochener Schneidezahn lange in seinem Mund hinterlassen hatte. Ein Autor des Musikmagazins Intro kommentiert: „Mittlerweile sind Die Sterne ausverkauft in halbtausender Hallen. Das bringt nun mehr ein als nur die Butter auf dem Brötchen, es kann auch wieder kräftig reingebissen werden.“ Überschrift: „Erfolg macht sexy“. Selten war ein Sellout-Vorwurf hämischer. Ähnlich denkt ein Protagonist aus Michael Muhammad Knights Punkroman The Taqwacores: Um zwischen all den Sellouts, Mitläufern und Posern „[…] die echten Punks ausfindig zu machen, bräuchte man nur auf ihre Zähne zu achten“, sagt er. Und wenn jüngere Indierock-Bands als Teil ihrer Imagebildung mit urbaner Armut und sozialer Verwahrlosung kokettieren, ist The Bronx ein ganz okayer Name, Pissed Jeans ein ziemlich guter – aber in punkto ätzender Krassheit schlägt nichts den Bandnamen Meth Teeth.

    Die Bohème hat schlechte Zähne – das hat eine gewisse Tradition. „Eine Folge von Geldmangel kann ich nie vergessen, denn ich trage sie im Mund, meine Zähne“, schrieb Max Frisch in seiner 1975 erschienenen autobiografischen Erzählung Montauk. Als junger, armer und unbekannter Künstler habe er sich keinen ordentlichen Zahnarzt leisten können. Der Kompromiss: „Studenten der Zahnheilkunde üben sich an meinen Zähnen und erlernen die Wurzelbehandlung, gratis. Die Folgen zeigen sich später, als auch Geld nichts mehr retten kann.“ Ähnliches erlebt rund dreißig Jahre später Matt Roth, der als Gitarrist der New Yorker Indie-Rock-Band Schwervon! weder wohlhabend noch krankenversichert ist. Auf einem Konzert in Hamburg erzählt er 2006, wie er sich von Studenten die Zähne verarzten ließ, offenbar eine langwierige und blutige Prozedur, über die er später einen Song schrieb, der dem folgenden Schwervon!-Album seinen Namen gibt: I Dream of Teeth.

    IV. Von Zähnen träumen

    Für eine Theorie des Zahns im popkulturellen Zeichensystem wäre festzuhalten: An Zähnen lässt sich Reichtum ablesen, der je nach Ideologie der unterschiedlichen Subkulturen angehäuft, verschwendet oder gemieden werden sollte. Es waren zudem genau Träume von Zähnen, die einen frühen Großtheoretiker kultureller Bilder beschäftigten.  Zähne oder – konkreter – Zahnausfall zählt Sigmund Freud in seinem ersten internationalen Bestseller, dem Buch Die Traumdeutung aus dem Jahr 1900, neben Stürzen, Fliegen oder Nacktsein zu den typischen Traummotiven. Laut Freud äußern sich schlafend unsere geheimen Wünsche und Fantasien, die wir bei vollem Bewusstsein nie zulassen würden – und die wir auch im Traum noch verzerren und verschleiern. Um zu verstehen, was Träume bedeuten, muss man sie folglich entschlüsseln. Freud interpretiert Träume, wie andere Leute Musikvideos: Er schaut interessiert hin, sucht nach Mustern und Referenzen und lässt seinen Assoziationen freien Lauf. Als er im Wintersemester 1915/1916 seine Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse hält, hat Sigmund Freud auf diese Weise ein erhebliches Zeichenrepertoire entwickelt. Wobei er, ganz wie die Karikatur, die Spötter von ihm zeichnen, überall Sex wittert. „Das männliche Glied“, so lehrt er, wird im Traum symbolisiert durch „Dinge, die ihm in der Form ähnlich, also lang und hochragend sind wie: Stöcke, Schirme, Stangen, Bäume“, nebst solchen, „die die Eigenschaft des In-den-Körper-Eindringens und Verletzens mit dem Bezeichneten gemein haben, also spitzige Waffen jeder Art, Messer, Dolche, Lanzen, Säbel“ sowie „Gewehre, Pistolen“ und „Gegenstände, aus denen Wasser fließt: Wasserhähne, Gießkannen, Springbrunnen“, außerdem durch „Hängelampen“ und „Bleistifte, Federstiele, Nagelfeilen, Hämmer“, zudem durch „Luftballone, Flugmaschinen und […] das Zeppelinsche Luftschiff“, nicht zu vergessen „Berg und Fels“ und „gewisse Reptilien und Fische, vor allem das berühmte Symbol der Schlange“. Abschließend wären noch „Hut und Mantel“ als Symbol für Penisse zu nennen, wobei sich hier selbst Freud nicht mehr hundertprozentig sicher scheint. War sonst noch was? Ach ja: „Ein besonders merkwürdiges Traumsymbol ist der Zahnausfall oder das Zahnausziehen. Es bedeutet sicherlich zunächst die Kastration als Bestrafung für die Onanie.“ Alles klar, Matt Roth?

    Die Traumdeutung ist im Laufe des 20. Jahrhunderts aus der Mode gekommen, was wohl auch mit dem medientechnischen Fortschritt zusammenhängt. 1900 hatten die Brüder Lumière zwar bereits ihren Kinematografen, einen frühen Stummfilmprojektor, präsentiert – doch die Macht und Reichweite, mit der die ‚Traumfabrik’ Hollywood einige Zeit später immer neue Bilder in die Köpfe projizieren würde, war noch nicht abzusehen. Es gab zu Freuds Zeiten kein YouTube, keine Pornos, keinen ‚visual turn’, nicht mal Fernsehen. Also kein Wunder, dass sich die Menschen für ihre Träume interessierten und in jedem Wackelzahn eine dramatische Geschichte wähnten, es gab ja sonst nichts zu sehen. Heute könnte man hingegen sagen: Wer einen Internetanschluss hat, braucht keine Träume mehr. Der Bilderfundus der globalen Popkultur ist vermutlich umfassender, anregender und abgründiger als das Unbewusste der meisten Menschen. Übrigens: Eines der erfolgreichsten Videos auf YouTube – und mit mehr als 600.000.000 Abrufen womöglich das meistgesehene Amateurvideo aller Zeiten – handelt von Zähnen. Es ist das rührende „Charlie bit my finger – again!

    V. Vampire, Hexen, Killerinnen

    Im Pop hat sich die Verknüpfung von Zähnen und sexueller Potenz gehalten. Zwar versucht Stephenie Meyer mit ihrer Twilight-Saga das von Sigmund Freud entwickelte Bild umzukehren und ausgerechnet den Vampir als neuen Kastraten zu etablieren. Doch die interessanteren Frauenfiguren des vergangenen Jahrzehnts halten am Freud’schen Muster fest: Wer Zähne zeigt, ist potent, wer Zähne verliert, ist machtlos. Nehmen wir zum Beispiel die Hexe in Blair Witch Project (1999): Um zu zeigen, dass Josh unwiederbringlich in ihrer Gewalt ist, schickt sie Michael und Heather seine blutigen, ausgezogenen Zähne. Oder O-Ren Ishii im ersten Teil von Kill Bill (2003): Um den Mord an ihren Eltern zu rächen, gibt sie vor, mit dem Mafiaboss Matsumoto schlafen zu wollen und fügt ihm dann solche Schmerzen zu, dass ihm die Zähne aus dem Mund platzen. Oder Lady Gaga im Musikvideo zu Teeth (2009): Der Clip zeigt zwei Männer in Sadomaso-Outfits, deren sexuelle Macht und Ohnmacht mehrmals umgekehrt wird. Was erst nach einer Entführung aussieht, scheint sich dann als fetischisiertes Spiel zu entpuppen und was wie fetischisiertes Spiel wirkt, schlägt um in einer Szene, in der das Opfer der Täter ist – und ein Vampir.

    Womit ich wieder in der Gegenwart angekommen wäre. Ich bin in Berlin, es ist irgendwie Wochenende, keine Ahnung wie spät, auf jeden Fall: Azealia Banks und das Video zu 212, an dem so vieles fantastisch ist. Zum Beispiel: Die Entscheidung, den Clip zu einem Rap-House-Partytrack ganz ruhig, reduziert und in Schwarz-Weiß zu drehen. Auf der Straße in New York, einfach an der Ecke. Dann die Kamerafahrt durch den Liquor Store. Das nervöse Knistern. Die kleine Transgression (Azealia ist underage). Schließlich die beiden Jungs, die ab und zu durchs Bild laufen. Die Ausgelassenheit. Wie ungezwungen tuntig der eine tanzt und wie gnadenlos weiß der andere ist – so als wären Homophobie im Rap und Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft längst passé. Das Selbstbewusstsein der Banks, der eine schnöde Backsteinwand als Kulisse ausreicht, weil sie und ihr Rap hier das ganze Spektakel sind. Und, naja, irgendwie auch ihre Zähne, die immer und immer wieder in Nahaufnahme gezeigt werden. Azealia Banks bleckt ihre Zähne, Azealia Banks leckt ihre Zähne, Azealia Banks bringt alles durcheinander, was man schon fast über Zähne zu wissen geglaubt hatte. Ihre Zähne sind kein Statussymbol, kein Authentizitätsbeweis, keine Kastrationsdrohung, nicht mal wirklich sexy … sondern irgendwie einfach nur da. Mit unverschämter Selbstverständlichkeit. Während es draußen vielleicht schon dämmert, klicke ich das letzte Mal für heute auf Play.

    (Vagina Dentata von Jonathan Penca)