Fuckable Evildoers

    Eine Übersicht über die schärfsten Monster der Geschichte.

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    Sirhan Bishara Sirhan (*1944)

    Evil: Sirhan erschoss den Demokratischen Präsidentschaftsanwärter Robert F. Kennedy nach seinem Sieg der Vorwahlen in Kalifornien, wobei er fünf (entschieden unwichtigere) Zuschauer verletzte. Das Übel jedes Attentats kann durch eine simple mathematische Formel festgestellt werden: Man addiere die Bosheit, die man dem Täter beimisst mit der Hoffnung, die das Opfer für die Welt darstellte, teile das Ergebnis durch zwei, und voilà! Wie alle Dinge sollten Bosheit und Hoffnung auf einer Skala von 1 bis 10 ermessen werden. Die Hoffnung, die auf RFK’s Schultern lag: 10, für ein sich stetig erhöhendes Engagement für Bürgerrechte, für das Eintreten gegen Apartheid und die Todesstrafe und dafür, dass er eine Stimme der Vernunft während der Kubakrise war, man ziehe 2 Punkte ab für spätes Einlenken betreffend Vietnam und frühes Red-Baiting = 8. SBS’s Bosheit: jung, Flüchtling, verrückt, aber nicht übergeschnappt = 4. 6/10

    Fuckability: Wie auch Jeffrey Dahmers Fahndungsfoto, 23 Jahre später, sieht diese Aufnahme von Sirhan aus wie eine Werbung für American Apparel. Dieses Model kombiniert die Mähne und das Brusthaar eines wilden Mannes mit den großen Augen eines schüchternen Kindes. Das FBI hielt das Foto lange unter Verschluss, um die Poststelle des Pleasant Valley State Gefängnisses, in dem Sirhan einsaß, nicht mit Zusendungen weiblicher Unterkleider zu überlasten. Der 24-jährige sieht missverstanden, mysteriös und rau aus, letztendlich aber auch zart – so als könnte er sich im Bett in einen Werwolf verwandeln, der beißt, grabscht, zerrt und der glücklichen Dame mehrere Sirhans entlockt, nur um sich nach dem ganzen Spaß wieder in einen kleinen, schüchternen Jungen zu verwandeln. 8/10

     

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    Jeffrey Lionel Dahmer (1960-1994)

    Evil: Dahmer tötete mindestens 17 Jungen und Männer, und doch war Mord nur ein sekundärer Aspekt seiner Untaten, lediglich eine natürliche Konsequenz seiner bestialischen Festivitäten. Er wählte seine Opfer nach Herkunft aus und hörte nicht auf, sie zu quälen, bis ihnen der Atem versagte. Letzten Endes lag in seiner Wohnung so viel menschliches Fleisch herum, dass eine kannibalistische Diät nur pragmatisch erschien. 8/10

    Fuckability: Trotz all seiner Fehler, Dahmer war ein gutaussehender Mann. In seinem Fahndungsfoto sieht er aus wie eine unterernährte Version von Daniel Craig: umwerfend schön, mit stechenden blauen Augen, Riviera-Bräune und einem Drei-Tage-Bart, der auf seinem markanten Kinn thront. Durch den tiefen Schlitz seines modischen Regenmantels können wir einen Blick auf seinen perfekten Körperbau erhaschen: schlank und drahtig, ohne ein Gramm Fett. Das Hervorstehen seines Adamsapfels suggeriert ein gefährliches Testosteronlevel oder auch die Präsenz eines menschlichen Schädels in seinem Hals. 7/10

     

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    Ricardo Leyva Munoz Ramirez (*1936)

    Evil: Die Polizei in Los Angeles gab ihm den Spitznamen ‚Night Stalker’, wegen seiner Vorliebe für nächtliche Ausflüge in schwarzen Klamotten und gestohlenen Autos, während der er die kalifornischen Vororte nach Häusern durchforstete, die ihm gefielen. Doch das Wort Stalker ist zu schwach, um zu beschreiben, welche Gräueltaten er beging, nachdem er sich Zugang zu diesen Häusern verschafft hatte. Er erschoss jeden Mann, vergewaltigte und zerhackte jede Frau, und hinterließ den Spurensuchern ein Chaos an zerstreuten Gliedmaßen, Pentagrammen und AC DC-Souvenirs. Von März bis August 1985 terrorisierte er Los Angeles und tötete 15 Menschen (manche sagen, das sei eine zurückhaltende Schätzung). „Ich bin böse“ sagte Ramirez einem Interviewer, kurz nachdem er verhaftet wurde. Mit einem traurigen Unterton fügte er hinzu: „aber nicht zu hundert Prozent.“ In den sechs Monaten vor seiner Festnahme tat er alles, was in seiner Macht stand, um diese perfekte Punktzahl zu erreichen. Er hat sie knapp verfehlt. 8/10

    Fuckability: Als Ramirez‘ Fall endlich vor Gericht kam, war der Gerichtssaal überlaufen von kreischenden weiblichen Bewunderern, und während man sich durchaus an ihrem Mangel an Selbstkontrolle stören kann, so kann man doch nichts gegen ihr ästhetisches Empfinden einwenden. Richard Ramirez war mit einer grimmigen Schönheit gesegnet. Alle an ihm erschien ungezähmt. Er schien robust genug, um eine Wand zu durchbrechen, aber gleichzeitig verletzlich, seinen Launen gänzlich ausgeliefert – eine wilde Schönheit, geboren aus dem Chaos und einem untherapierbaren Verlangen. 7/10

     

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    Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden (1957-2011)

    Evil: Bin Laden ist der Vater aller Terroristen; Al-Qaida, ein internationales Syndikat bestehend aus frömmelnden Schwachköpfen ohne Achtung für menschliches Leben und mit lückenhaftem Bombenbauergeschick, war seine aggressiv behinderte geistige Ausgeburt. 11.9, 7.7, 3.11: OBL und seine Jünger scheinen fest entschlossen, unsere Kalender mit deprimierenden Daten zu füllen. 9/10

    Fuckability: Um einen Todeskult anzuführen, bedarf es eines Gesichts, das zum sterben schön ist, und Osamas Visage ist von ikonischer Schönheit. Wildes, meliertes Haar erstreckt sich auf seinen feinen Wangen, umrundet seine vollen, sinnlichen Lippen, die sich nur selten öffnen, um ein schüchternes Lächeln und perfekte Zähne zu entblößen. Aber Osamas größter Vorzug sind seine großen, glitzernden Augen – sie sind von perfektem rotbraun, verziert mit langen Wimpern und deuten auf einen Mann hin, der seine Sinnlichkeit völlig unter Kontrolle hat. Bin Laden hat ein Gesicht, auf dem es sich zu sitzen lohnt. Kein Wunder ist er der stolze Vater von 26 Kindern. 9/10