Der letzte Schmuck der Menschen

    Der kleine Maskenraum in Halle 12 auf dem Bavariagelände ist wie immer hell erleuchtet. Auf großen Spiegeln reihen sich die Glühbirnen aneinander, genau so wie man sich das vorstellt. Die Atmosphäre wird von einer Art routinierter Geschäftigkeit bestimmt, der Maskenraum ist schließlich der letzte Zwischenhalt für die Schauspieler, bevor es ernst wird.

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    In der Maske sind die Schauspieler besonders verletzlich; denn vor den großen Spiegeln werden sie auf brutale Art und Weise immer wieder mit dem Stellenwert des Äußerlichen in dieser Branche konfrontiert. Ein guter Maskenbildner beherrscht also nicht nur sein Handwerk, sondern muss auch mit einer großen Portion sozialer Intelligenz ausgestattet sein. Eines der vielen Talente von Tatjana Krauskopf, die gerade munter plaudernd letzte Handgriffe an die komplizierte Hochsteckfrisur der Hauptdarstellerin legt, ist es, komplett entspannt zu wirken, obwohl sie unter dem selben Druck steht wie alle anderen Filmschaffenden. „Manche Schauspieler muss man richtiggehend aus der Maske schmeißen“, sagt Tatjana. Erst wenn der letzte Schauspieler die Maske verlassen hat, wird es ruhig, und Tatjana und ihre Kollegen gehen dem anderen Teil ihrer Arbeit nach: dem aufwendigen Handwerk des Perückenknüpfens.

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    Tatjana Krauskopf verfügt nicht nur über einen fast prophetisch anmutenden Namen, sie hat auch in der Tat blondes, krauses Haar. Ihre eloquente und pointierte Art zu sprechen straft ihren Blick, der manchmal abwesend zu wandern scheint, Lügen. Obwohl ihre berufliche Laufbahn nicht geradlinig verlief, ist die Begeisterung, die sie für ihren Beruf hat, schwer zu übersehen. Sie wurde 1967 als eines von zwei Kindern in eine gutbürgerliche Familie in Kiel hineingeboren, der Vater Jurist, die Mutter Lehrerin. Sie studierte in Freiburg Jura, in Regensburg Kunstgeschichte und schließlich 1989 in Berlin Germanistik. In der Uni wurde ununterbrochen gestreikt, was man im Nachhinein als glücklichen Zufall bezeichnen könnte; denn das war einer der Gründe, die Tatjana 1990 schließlich dazu veranlassten, eine Maskenbildnerausbildung bei Hasso von Hugo anzufangen. Sie arbeitete, unter anderem, am Gärtnerplatztheater in München, bei den Bregenzer Festspielen, am Rhein- Main- Theater und natürlich bei unzähligen Filmproduktionen. Sie hat sich auf die Technik der Perückenanfertigung spezialisiert, und deshalb ist sie besonders gefragt, wenn es um historische Filme geht.

    Tatjana weiß alles über Haare. Natürlich kann sie auch Make-up auftragen, aber es scheint, als wäre das Perückenknüpfen für sie die Königsdisziplin ihrer Arbeit. „Nach diesen ganzen geisteswissenschaftlichen Sachen, die ich studiert habe, ist es für mich beruhigend, mit den Händen zu arbeiten“, sagt sie und bekommt dabei den enthusiastischen Gesichtsausdruck, den sie fast immer hat, wenn sie über ihre Arbeit spricht. Als ich Tatjana eines Tages über Echthaare, Haarverlängerungen und Perücken ausfragte, war ich überrascht, was für eine Vielfalt von Informationen da zutage kam.

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    Keinem Teil des Körpers wird als politische, kulturelle und erotische Ausdrucksform so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie den Haaren. Kaum ein anderer Körperteil wird mit Hinblick auf diese Aspekte so aufwendig manipuliert. Sowohl der Stellenwert als auch die Manipulation sind universell. Während der Bubi- Kopf in den zwanziger Jahren noch die Emanzipation der Frauen symbolisierte, bestimmten lange Haare das Erscheinungsbild der Hippies in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – nicht umsonst heißt das wohl einzige explizit politische Musical Hair. Die Grenzen zwischen Religion, Politik und Erotik verschwimmen, wenn es um die Kopftücher muslimischer Frauen geht. Aber auch orthodoxe Jüdinnen dürfen ihre Haare nicht zeigen, und bei Männern wird der Haarverlust wohl weltweit mit der Einbuße von Maskulinität gleichgesetzt. Nicht zuletzt gilt die Frisur auch als Statussymbol. Ein Extremfall sind die ständigen Haarverlängerungen und -kürzungen diverser Popstars. Seltsam mutet auch das Gebaren vieler Großstädter an, die nach schier unergründlichen Richtlinien Teile ihres Körpers enthaaren. Außer bei den Nägeln verzeiht es uns der Körper selten, wenn wir etwas entfernen. Bei den Haaren ist das anders. Man kann sie abschneiden. Und wir wären keine Menschen, wenn wir nicht auch daraus eine Ware gemacht hätten.

    Von Tatjana erfahre ich in einer ruhigen Minute von einer der größten europäischen Firmen auf dem Gebiet der Echthaarveredelung und beschließe, ihr einen Besuch abzustatten. An einem verregneten Freitagmorgen machen Tatjana und ich uns also auf den Weg nach Laupheim, einem verschlafenen, aber nicht besonders idyllischen Dorf in Baden Württemberg zu Fischbach und Miller GmbH. Ralph Maier, der Betriebsführer des Unternehmens, empfängt uns gut gelaunt. Er scheint es gewohnt zu sein, dass sich Leute für sein Handwerk interessieren. Routiniert, aber mit glühender Begeisterung lässt er uns an seinem Fachwissen teilhaben. Maier, ein groß gewachsener, drahtiger Mittvierziger mit Schnauzbart spricht schnell und in tiefstem Schwäbisch. Er ist überrascht, dass wir pünktlich sind: „Zwei Frauen, und das auch noch auf der Autobahn!“ Ein Frauenversteher also.

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    Maiers Großvater gründete das Familienunternehmen Anfang der fünfziger Jahre. Damals wurden hauptsächlich Puppenperücken für Käthe Kruse hergestellt, später kamen dann Maskenbildner als Kunden hinzu; Theater, Film und Fernsehen hatten nun den Anspruch, Echthaarperücken zu verwenden. Obwohl Herr Maier stolz darauf ist, dass das Unternehmen bis jetzt in den Händen der Familie geblieben ist, findet das unvermeidliche Outsourcing auch hier statt: In der Slowakei besitzt man nun ein Zweitwerk, welches innerhalb der nächsten Jahre die gesamte Produktion übernehmen soll. „In letzter Zeit explodiert der Markt“, erzählt Herr Maier, „zum einen, weil immer mehr Frauen, auch in China und Indien, ihre Haare färben, chemisch behandeln oder abschneiden, zum anderen, weil Haarverlängerungen in Mode sind.“ Das Angebot an langem, unbehandelten Echthaar, in Fachsprache auch Remi-Haar genannt, sinkt also, während die Nachfrage steigt.

    Fast ehrfürchtig streicht Tatjana über die Haarteile, die Herr Maier auf einem großen Tisch vor uns ausgelegt hat, darunter auch ein paar prachtvolle blonde und dunkle Zöpfe aus den sechziger Jahren. Echtes Remi-Haar ist heutzutage selten und sehr teuer. Um die Bezeichnung zu verdienen, muss das Haar chemisch unbehandelt sein und über eine intakte Schuppenschicht verfügen, die auch noch in die gleiche Wuchsrichtung, also von der Haarwurzel zur Haarspitze, ausgerichtet ist. Das ist wichtig, da sich ansonsten die Schuppenschichten der Haare aufrauen und das ganze in ein verfilztes Knäuel verwandeln. Früher wurden die Haare noch in einem sehr arbeitsaufwendigen Verfahren in die gleiche Wuchsrichtung sortiert. Heutzutage gibt es Remi-Haar nur noch in dem glücklichen Fall, in dem sehr lange Haare im Zopf abgeschnitten, und danach intakt verarbeitet werden.

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    Etwa 40 Prozent der Produktion in Laupheim macht daher chinesisches Menschenhaar aus, in Fachsprache auch „Export-Haar“ genannt. Es wird durch Auskämmen gewonnen und gelangt deshalb nur verknäuelt in die kleine schwäbische Stadt. Hier wird es mittels einer Hechel entwirrt, nach Länge sortiert und später mit chemischen Mitteln entschuppt und gefärbt. Durch das Fehlen der Schuppenschicht reflektiert dieses Haar weniger Licht, glänzt also weniger, und ist dementsprechend nicht ganz so teuer. Das indische Tempelhaar ist eine Alternative, doch ob man von dort Remi-Haar bekommt oder nicht, auch das ist mittlerweile Glückssache, sagt Herr Maier. „Einmal kam eine Lieferung Ziegelsteine, und was macht man da, ich kann ja nicht nach Indien fahren, und die Lieferanten zur Verantwortung ziehen.“

    Woher das Haar kommt, ist also durchaus von Bedeutung. Eine seltsame Spiegelung von politischen Hierarchien zeichnet sich hier ab: chinesisches Haar ist am billigsten, gefolgt von indischem, und je weiter man nach Europa kommt, desto teurer werden die Haare. Remi-Haare werden von reichen Mitteleuropäern mittlerweile aus dem Osten Europas bezogen. Wenn in Laupheim auf den Kisten mit den haarigen Lieferungen „’B’-Human Hair/Length: 12-14 Inches/Quantiy: 15 kgs net“ steht, ist das fast ein bisschen unheimlich. Hinter jedem Zopf verbirgt sich schließlich auch eine Geschichte. Manchmal sind das sogar äußerst seltsame Geschichten. Unzählige Reportagen handeln von den indischen Tempeln, in denen die Haare einer Gottheit geopfert werden, nur um dann an Firmen wie Fischbach und Miller weiterverkauft zu werden. Über die Gewinnung der chinesischen Haare weiß man recht wenig, aber es gibt Gerüchte, dass auch Haare von Häftlingen in den Lieferungen enthalten sind. Der Handel mit Echthaar ist kaum reguliert. Selbst beim Zoll gibt es kaum Restriktionen. Die Geschichten hinter den Haaren dämmern also in einer Art bequemem Halbdunkel.

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    In dieses Halbdunkel fallen auch explosivere Geschichten, die ich während meiner Recherche hörte, und die fast unmöglich zu verifizieren sind. „Als ich im Theater gearbeitet habe, hat mir eine Kollegin eine Geschichte aus den 1970er Jahren erzählt“, sagt Tatjana. „Anscheinend gab es da einen Schrank mit Haaren, an den nur die Chefmaskenbildnerin heran durfte. Irgendwann hat meine Kollegin erfahren, dass diese Haare von im KZ ermordeten Häftlingen stammten und nach dem Krieg irgendwie an das Theater gelangt sein sollen.“ Absurd, wenn man bedenkt, dass im Theater zu dieser Zeit viele Aufarbeitungsstücke gespielt wurden. Als ich Herrn Maier auf diese Gerüchte anspreche, verändert sich die Stimmung im Raum. Angenehm ist ihm das Thema sicherlich nicht, doch auch er scheint nichts Genaueres darüber zu wissen. Stattdessen erzählt er uns, dass es in den neunziger Jahren einen bedenklichen Anstieg von Lieferungen aus dem ehemaligen Jugoslawien gab. Maier gibt sich pragmatisch: „Was macht man da, erstens kann ich sowieso nicht herausfinden, wo genau die Haare herkommen, und zweitens kann ich sie ja nicht einfach wegschmeißen.“

    Als ich Tatjana in der kleinen Werkstatt im Lehel in München besuche, übt sie gerade einen ‚Splitknot’, den sie sich bei einer Knüpferin bei Fischbach und Miller abgeschaut hat. Ihre Kollegin Katharina Pade, eine Expertin in Sachen Urmenschen und besonders gefragt im Theater, knüpft gerade ein Brusthaarkleid für ein Theaterstück an den Münchener Kammerspielen. Der Raum ist groß und hell, mit weiß gestrichenen Industriefenstern, an deren Fuß sich ein Holzkopf an den nächsten reiht. Man kann eine Perücke auf verschiedenste Arten und Weisen knüpfen, aber für Tatjana und Katharina kommt nur die aufwendigste und hochwertigste Technik in Frage. Mit einer speziellen Knüpfnadel wird jedes Haar einzeln durch das Netz gezogen und festgeknotet. Für die einfachere Variante stellen Firmen wie Fischbach und Miller Tressen her, die auf die Netze aufgenäht werden. Ich unterziehe mich dem Selbstversuch, meine Hände zittern und ich brauche vier Anläufe, um das Haar überhaupt durch das winzige Loch auf dem Netz aus Tüll zu fädeln. Katharina erzählt derweil von Videos, die sie auf YouTube gesehen hat. „Es ist unglaublich, da gibt es Anleitungen, die zeigen, wie man sich Haarteile selbst an den Kopf nähen kann. Meistens sind es schwarze Mädchen, die das perfektioniert haben.“

    Tatsächlich, seit den achtziger Jahren sind so genannte ‚Weaves’ aus der Afroamerikanischen Kultur kaum mehr wegzudenken. In Good Hair, einem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2009, macht es sich Komiker Chris Rock zur Aufgabe, die schwarze Haarkultur zu erkunden. Anders als bei den Perücken, die Tatjana herstellt, werden hier Echthaar-Tressen an die eigenen, geflochtenen Haare genäht. Eines wird im Laufe des Films klar: Als Ideal werden glatte, weiche und lange Haare angesehen. Die Schauspielerin Melyssa Ford sagt: „Für mich waren ‚gute’ Haare immer ‚weiße’ Haare“. Auch andere Personen behaupten, das Schönheitsideal orientiere sich an den Haaren von Menschen, die nicht schwarz sind. In Hair Story: Untangling the Roots of Black Hair in America, einem Buch aus dem Jahre 2001, schreiben Ayana D. Byrd und Lori L. Tharps: „Die Begriffe ‚good hair’ und ‚bad hair’ stammen aus den Zeiten der Sklaverei. Je ähnlicher die Haare dem europäischen Haar waren, desto wahrscheinlicher war es, dass man weißes Blut hatte. Das bedeutete eine Chance auf besseres Essen, bessere Ausbildung, eine bevorzugte Behandlung und eine höhere Wahrscheinlichkeit, befreit zu werden – ‚good hair’ bedeutete also wortwörtlich eine bessere Chance, am Leben zu bleiben. Es ging nicht um Schönheit, es ging ums Überleben.“

    Mittlerweile ist die ‚Black Hair’- Industrie, mit einem Umsatz von 9 Milliarden Dollar im Jahr, durchaus gewinnträchtig. Kein Wunder: Für eine ‚Weave’ muss man 1000 bis 5000 Dollar bezahlen. Chris Rock interviewt Lehrerinnen, die Kredite aufnehmen, um sich dieses Statussymbol leisten zu können. Unter schwarzen Prominenten findet man kaum jemanden, der kein Haarteil trägt. Der Dokumentarfilm zeigt mehrere Männer, die sich darüber beschweren, dass sie die Haare ihrer Frau nicht anfassen dürfen, aber eine Menge Geld dafür ausgeben müssen. Missy Elliott hat der teuren Obsession gar einen eigenen Song gewidmet. In Let Me Fix My Weave wendet sie sich an einen Taugenichts, den sie gerade kennengelernt hat und rappt: „Gimme cash to fix my weave/And I don’t want no excuses `bout your baby mommy/’Cause your child support money don’t fix my weave/And you know nigga please me, no fuck for free.“ Interessanterweise scheinen die Damen, die für den Film interviewt wurden, recht wenig über die Herkunft der Haare zu wissen, die sie auf dem Kopf tragen und die natürlich auch aus Indien kommen. Stolz antworten sie auf die Frage, was das für Haar sei: „Es ist Menschenhaar!“

    Andere nehmen es da etwas genauer. Als ein Rabbiner im Jahre 2004 verkündete, indisches Echthaar sei nicht mehr koscher, da es im Zusammenhang mit Götzenanbetung geschert werde, brach ein Teil des Marktes ein. Denn orthodoxe Jüdinnen sind eine weitere Gruppe, die weltweit zu den größten Abnehmern von Echthaar gehört. Das Gebot, ihre Haare zu verbergen, umgehen sie, indem sie die Haare anderer als Perücke tragen. Auch die Weiterverarbeitung der Haare kann nicht bei irgendeinem Perückenmacher stattfinden – dafür gibt es den Scheitelmacher. Da es nicht in allen Ländern einen Scheitelmacher gibt, reisen die großen Meister des Faches ein paar mal im Jahr aus New York und Tel Aviv an. Eine maßgeschneiderte Perücke von der Hand des Scheitelmachers kann 5000 Euro kosten, auch wenn die Jüdische Allgemeine berichtet, dass es immer weniger Werkstätten gibt, die dieses hochwertige Handwerk beherrschen.

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    Mit der etwas gespenstisch anmutenden Aufreihung von Holz- und Plastikköpfen bin ich im Laufe meiner Recherche vertraut geworden. Auch bei Fischbach und Miller stehen sie nicht nur auf den Tischen, an denen gearbeitet wird, herum. Es gibt sogar ein ganzes Regal mit Holzköpfen, die alle einen Namen tragen. Herr Maier erklärt: „Das sind die Modelle für Patienten der Chemotherapie. Jeder Kunde bekommt einen, damit die Perücken nicht jedes Mal neu angepasst werden müssen.“ Echthaarperücken kann sich von diesen Kunden jedoch kaum einer leisten. Die Krankenkassen übernehmen höchstens 200 bis 370 Euro der Kosten. Sozialrechtlich gelten Perücken als „Hilfsmittel“, das vom Arzt verordnet werden muss. Wenn man bedenkt, was das Haar für einen Patienten bedeutet, kann man sich darüber schon wundern. Haarausfall symbolisiert traditionell Krankheit, Verfall und Verlust, und Menschen, die tatsächlich krank sind oder waren, aber wegen aggressiver Chemikalien ihre Haare verloren haben, müssen sich in unserer Gesellschaft mit Plastikhaaren begnügen.

    Am Ende der Betriebsführung zeigt uns Herr Maier noch das hausinterne ‚Museum’. In den Glasvitrinen des kleinen, holzvertäfelten Raumes tummeln sich allerlei Absurditäten. Eine Samurai- Perücke steht da neben einer altertümlichen Richterperücke, und Herr Maier zeigt uns ein Thermometer, das aus einem dünnen Strang von Haaren besteht. An den Wänden hängen Bilder, bei denen auf den ersten Blick nicht auffällt, dass auch sie aus Haaren gefertigt wurden. Aufwendig gearbeitete Blumenmotive sind auf ihnen zu sehen. Maier erzählt, dass diese Bilder Anfang des 19. Jahrhunderts große Mode waren. Die Haare stammten von Angehörigen der Auftragsgeber und oft waren es verstorbene Verwandte, derer damit gedacht wurde. Zum Abschluss präsentiert uns Herr Maier noch ein paar Fotoalben, in denen nicht nur zahllose Filme, Theaterstücke, sondern auch die königliche Garde in Oslo zu sehen sind. Sie alle sind von Fischbach und Miller beliefert worden. Wir bedanken uns und treten die Rückreise nach München an, aber nicht ehe Tatjana noch drei „dieser herrlichen Zöpfe“ erworben hat.