Logbuch LAX (I)

Zurück aus der Engelsstadt. Wie gepanzerte Kugeln gleiten die Autos dort aneinander vorbei, ungerührt von den Gefühlsregungen derer, die ihre Stadt teilen. Mächtige Freeways, Manifestationen betäubter Isolation, bahnen sich ihren Weg durch die Landschaft. Das kaum hörbare Rauschen der Motoren ist die subtile, aber alles bestimmende Tonspur des kalifornischen Filmes.

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Entschuldigung, bei Ihnen brannte noch Licht

Wenn selbst in den größten Wohnhäusern der eigenen Straße nachts die Lichter ausgehen, fühlt sich die Welt komisch einsam an. Doch auch wenn es einem so vorkommt: Der letzte wachende Mensch seines Viertels ist man nie. Wenn man genau hinsieht, findet man immer irgendwo noch ein helles Fenster, einen letzten Verbündeten. Aber was passiert dahinter? Gibt es neben dem brennenden Licht noch irgendetwas anderes, das die wenigen Wachgebliebenen eint? Ist das späte Aufbleiben bei ihnen die Ausnahme oder die Regel? Was bedeutet ihnen die Nacht?

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In Oktaven

Manchmal wünsch ich mir, es würde eine dunkle Seite geben
Manchmal wünsch ich mir, Franz Josef Strauss würde noch leben,
Damit ich endlich wieder wüsste, wofür und wogegen
Ich noch kämpfen soll,
Wenn alle Pfade längst betreten sind,
Alle Bibeln längst gesegnet sind.
Alle Ideale sind doch morsch und falsch geworden,
Alle charismatischen Gestalten debil oder verstorben.
Alles was uns bleibt, ist mediengesteuerte Demagogie,
Ein Haufen Müll für die Zukunft
Sowie pragmatische Lethargie. mehr